Inklusiver Spielplatz in Stein steht allen offen

Ob mit dem Rollstuhl, Kinderwagen oder Rollator, in diesem Areal kann sich jeder austoben.

Dass die neuen Spielgeräte bestens ankommen, ist offensichtlich. Die Kinder lachen und toben, klettern, rutschen und schaukeln. Auf dem Spielplatz in der Steiner Crantzstraße können alle Spaß haben, wirklich alle, ausdrücklich auch Kinder mit Einschränkungen. Seitdem ihn der kommunale Bauhof komplett umgestaltet hat, steht die Inklusion an erster Stelle.

Auf Anregung und mit Unterstützung der Stiftung der Lebenshilfe ist ein Ort entstanden, der jedem Kind offenstehen soll. „Wir schaffen damit ein Plus für alle“, sagt Yvonne Alvarez, die als Projektleiterin der Stiftung genau weiß, wie viel es der Gesellschaft bringt, Inklusion mitzudenken. Bauhofleiter Stefan Giek findet es wichtig, dass Kinder keine Berührungsängste zu Menschen mit Einschränkungen aufbauen, sondern sie als selbstverständlichen Teil der Gesellschaft begreifen. Sein Eindruck: „Kinder sind da ganz unkompliziert.“ In mühevoller Arbeit haben Giek und seine Kollegen den Spielplatz in der Steiner Crantzstraße umgestaltet, inklusive neuen Rasens, neuer Pflastersteine und einem Fallschutz aus Hackschnitzeln.

Ganze Familie mitgedacht

Im Mittelpunkt steht ein großes, zehn Meter langes und drei Meter breites Piratenschiff, das nicht nur einen großen Fahnenmast, ein Steuerrad, eine Kletterbrücke und eine Rutsche hat, sondern auch einen barrierefreien, für Rollstuhlfahrer geeigneten Zugang. Gebaut hat es ein Schreiner des Bauhofs, den ganzen Winter über, mit Holz aus dem Königsbach-Steiner Gemeindewald.

Das Schiff ersetzt ein rund 35 Jahre altes Gerät, das eine Kletter- und Rutschmöglichkeit kombiniert hat. Ursprünglich vor rund 50 Jahren mit dem umliegenden Wohngebiet entstanden, war der gesamte Spielplatz zuletzt etwas in die Jahre gekommen.

In der Crantzstraße hat die Stiftung der Lebenshilfe die Installation eines Trampolins ermöglicht, das auch von Rollstuhlfahrern genutzt werden kann. Ihnen stehen auch eine der drei Schaukeln und der Bereich neben dem Sandkasten zur Verfügung. Bei der Umgestaltung des Spielplatzes hat man auch an Eltern gedacht, die eine Beeinträchtigung haben. Zudem an Omas und Opas, die auf den Rollator angewiesen sind. Der Zugang zum Tisch wurde so gestaltet, dass er mit einem Rollstuhl und einem Kinderwagen problemlos unterfahren werden kann.

Insgesamt wurden auf Initiative der Stiftung der Lebenshilfe in Pforzheim und dem Enzkreis schon rund ein Dutzend Spielplätze inklusiv umgestaltet.


Quelle: Pforzheimer Zeitung, 15. Juli 2026
Autor: Nico Roller
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Pforzheimer Zeitung.